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Mobiler Dienst
 

Die Tatsache, dass vermehrt hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler in Regelschulen integriert werden, macht eine spezifische ambulante Förderung notwendig. Diese Schülerinnen und Schüler brauchen besondere Lernbedingungen und zusätzliche Fördermaßnahmen, damit sie ihre Fähigkeiten in den Regelschulen verwirklichen können und damit gemeinsames Lernen gelingt.

Die Hörgeschädigtenpädagoginnen und -pädagogen haben dabei eine Mittlerfunktion. Ihre Arbeit soll dazu beitragen, Konflikte, die sich aus der integrativen Beschulung ergeben, vermeiden zu helfen – sowohl beim Hörgeschädigten als auch bei hörenden Bezugspersonen. Der Schwerpunkt des Mobilen Dienstes ist die Beratung.

 

Zusammenarbeit mit der Regelschule (Schulleitung, Kollegium, Klassenlehrer/in)

  • Aufklären über Hörschädigung

  • Informationen über technische Hilfen und deren Einsatz im Unterricht

  • Kontrolle der Hörtechnik (Hörgeräte, Cochlea Implantate, FM-Anlagen)

  • Austausch über technische, räumliche und personelle Bedingungen

  • Austausch zu Unterrichtsinhalten und -methoden, Leistungsermittlung und –beurteilung, Nachteilsausgleich

  • Demonstration behinderungsspezifischer Unterrichtsformen

  • Hospitation im Unterricht

  • Hospitationsmöglichkeiten an der Förderschule Hören

  • Fortbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer der Allgemeinen Schulen

 

 

Zusammenarbeit mit den Eltern

  • Unterstützung der Eltern beim Umgang mit der Hörschädigung

  • Hausbesuche, Telefongespräche

  • Beratung zwecks weiterer Fördermaßnahmen

  • Schullaufbahnberatung

  • Anregungen zu häuslichen Lernsituationen

  • Kontaktveranstaltungen für hörgeschädigte Kinder und deren Eltern

 

Zusammenarbeit mit dem hörgeschädigten Kind

  • Hörtraining (auditive Aufmerksamkeit, Richtungshören, selektives Hören, dichotisches Hören, auditives Gedächtnis, Lautdiskrimination, Lautheits-empfinden, Sprachrhythmusempfinden, Tonhöhendiskrimination)

  • Hörtaktik (Erschließen von Zusammenhängen, Interpretation nicht lautsprachlicher Kommunikationsanteile, Erkennen und Schaffen akustisch günstiger Situationen, Verhalten in schwierigen Kommunikationssituationen etc.)

  • Absehtraining

  • Artikulation

  • Sprechtaktik (Intonation, Lautheitsempfinden, Sprechgeschwindigkeit ...)

  • Wortschatz- und Strukturenerweiterung

  • Kommunikationsförderung, Sprechfreude

  • Interpretation verschiedener illokutiver Ebenen (Witz, Ironie ... )

  • Fremdsprachenförderung (Hörtraining, Hörtaktik, Artikulation, Absehtraining)

  • Wahrnehmungsförderung allgemein

  • altersgerechtes Verständnis der Hörbehinderung

  • Umgang/Einsatz der Hörhilfen

  • Identitätsförderung und Empowerment

  • Anleitung zum selbstständigen Vertreten eigener Interessen und Bedürfnisse

  • realistisches Einschätzen eigener Fähigkeiten und Bedürfnisse

  • individuelle Lernstrategien in und außerhalb der Schule

  • Lern-/Methodentraining (Informationsbeschaffung und –verarbeitung)

  • Sozialisation der Klassengemeinschaft bzgl. der Behinderung

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

  • Kontakte zu Logopäden und anderen Therapeuten (Abstimmen der Förderbereiche)

  • Akustiker (technische Probleme, neuester Stand der Hörtechnik)

  • Gesundheitsamt, Sozialamt, Jugendamt

  • Ärzte, Betreuungseinrichtungen

 

Die Gewichtung der verschiedenen Maßnahmen richtet sich individuell nach dem aktuellen Förderbedarf und den Gegebenheiten vor Ort. Die Zusammenarbeit findet in der Schule, im häuslichen Umfeld und/oder telefonisch statt.